Hier erfahren Sie wissenswertes und Informatives rund um unsere Kirchengemeinde, politische und allgemein kirchliche Themen.

Infos rund um das Thema Kirchgeld/ Gemeindebeitrag

Liebe Gemeindemitglieder, manch einer von Ihnen hat sich bestimmt schon einmal gefragt, wieso man, wenn man doch schon Kirchensteuer entrichtet, alljährlich auch noch um „Kirchgeld“ bzw. den „Gemeindebeitrag“ gebeten wird.Manchen ärgert das sogar und das ist verständlich, wenn nie richtig klar ist, warum es das gibt.Ich möchte versuchen, in wenigen Worten dies zu erklären.Die Kirchensteuer zahlt jeder, der Lohn– bzw. Einkommenssteuer zahlt. Rentner, Auszubildende, Geringverdiener, ALG II-Empfänger zahlen aus ihrer Tasche keine Kirchensteuer.Die Steuereinnahmen werden über das Finanzamt zentral gesammelt und dann nach bestimmten Kriterien solidarisch auf alle Kirchengemeinden, je nach Gemeindegliederzahl, ausgeschüttet. Außerdem werden davon Personalkosten finanziert oder auch diverse Projekte und Baumaßnahmen, etwa an Kirchen.Der Staat zieht keinen Profit aus den Kirchensteuern. Dieses Geld wird gewissermaßen an alle Kirchenmitglieder verteilt. Man kann allerdings als Zahlender bei Kirchensteuer nicht sagen: „Ich möchte mein Geld genau für dieses oder jenes eingesetzt wissen“, wie es bei einer zweckgebundenen Spende wäre. Das muss auch so sein, damit so eine große Institution, mit allem, was sie für die Gesellschaft leistet, aufrechterhalten werden kann.Der Gemeindebeitrag, der traditionell auch Kirchgeld genannt wird, bietet die Möglichkeit, konkret für ein Projekt in der Gemeinde zu spenden. Es bleibt also in vollem Umfang in der Kirchgemeindekasse vor Ort. Der Gemeindebeitrag gilt als Spende und kann für die Steuer quittiert werden. Er ist freiwillig und jeder und jede kann letztendlich selbst entscheiden, wieviel er oder sie bereit und in der Lage ist zu geben. Mancher gibt auch im Gottesdienst regelmäßig eine Kollekte. Der Gemeindebeitrag ist aber etwas Besonderes, denn für jeden jährlich gesammelten Euro an Gemeindebeitrag gibt der Kirchenkreis bereits seit Jahren eine Summe X oben drauf. Wenn Sie also irgendwann eine Spende für die eigene Kirchengemeinde geben möchten oder Sie es sogar regelmäßig tun, denken Sie dabei bitte an die Form des Kirchgeldes.

Der Gemeindekirchenrat fällt jedes Jahr einen Kirchgeldbeschluss, das heißt, er gibt an, um welchen Betrag als Empfehlung gebeten wird und auch, wofür Ihr Gemeindebeitrag im kommenden Jahr verwendet werden soll. Als Hilfestellung für die Gemeindekirchenräte beschließt wiederum die Landessynode eine Empfehlung, um wieviel Gemeindebeitrag gebeten werden soll. Diese Empfehlung dient der Orientierung und der Transparenz für die Gemeindeglieder.

Folgenden Gemeindebeitragsbeschluss hat die Landessynode für 2015 und 2016 gefällt:

- Volljährige in Ausbildung bis 27 Jahre 1,25 im Monat (15 Euro jährlich);

- Kirchensteuerzahler über 27 Jahre 3,50 Euro monatlich (entspricht 42 Euro jährlich)

- Für Erwachsene, die keine Kirchensteuer zahlen (Rentner, Geringverdiener) gilt folgende einkommensabhängige Tabelle:

monatliches Einkommen Gemeindebeitrag montl.
Gemeindebeitrag jährl.
in Euro netto
in Euro
in Euro
600
3
36
700
3,5
42
800
4
48
900
4,5
54
1000
5
60


Darüber je 100 Euro Einkommen 0,50 Euro monatlich beziehungsweise 6 Euro jährlich zusätzlich.

Der Gemeindebeitragsbeschluss wurde durch unsere Gemeindekirchenräte bestätigt.


Aktuelle Statistik alarmierend

Eine Auswertung zur statistischen Entwicklung der Gemeindegliederzahlen in unserem Kirchenkreis weist frappierende Probleme auf.

Ein Beispiel: Während 1996 noch etwa 85 % der Kinder, die in einer Familie geboren wurden, in der mindestens ein Elternteil evangelisch war, getauft wurden, sind es heute nur noch etwa 10 %!

Ein zweites Beispiel: 2005 zählte unser Kirchenkreis noch knapp 22500 Gemeindeglieder. 2014 sind davon noch etwas über 17000 übrig. Das bedeutet einen Verlust in 10 Jahren von ca. 30%!

Was wird in 10 Jahren sein?

Sprechen Sie mit Menschen in Ihrer Umgebung, ob vielleicht schon einmal der Gedanke aufkam, das eigene Kind oder auch sich selbst als Erwachsenen taufen zu lassen. Geben Sie Menschen, die irgendwann aus der Kirche ausgetreten sind, aktiv das Gefühl willkommen zu sein. Helfen Sie bitte mit, dass unsere Kirche attraktiver und einladender wird.


Vielen Dank!

Download
Statistik Taufen und GGL-Verluste 2015.p
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